Kursfahrt Riga 2015

Laipni lūdzam Rīgā – Von Bombenkontrollen bis zur Hanfbutter!
Unsere Studienfahrt 2015 nach Riga

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AM STRAND VON JURMALA

Eines der größten Highlights in der Q2 sind wohl immer noch die Studienfahrten. Man hat die Möglichkeit, seinen Ausflugsort selbst zu wählen und das entsprechende Land innerhalb von fünf Tagen kennenzulernen. Also, nichts wie los in das Vergnügen!
So ging es für uns zwölf Schüler der 12. Jahrgangsstufe des Geschwister Scholl Gymnasiums in Begleitung von Frau Weidner und Frau Kreppke nach Riga, die Hauptstadt Lettlands.

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BLICK ÜBER RIGA

Am Montag, dem 5.10.2015, trafen wir uns am Flughafen Tegel. Schnell wurde uns klar, dass wir eine super Truppe waren. Clemens und Moritz feierten an diesem Tag ihren 18. Geburtstag und wurden mit einem pinken Fahrradhelm und einem pinken Partyhütchen gekennzeichnet, so dass ihnen jeder Blick sicher war. Jetzt hieß es nur noch durch die Sicherheitskontrolle, zum Gate und ab in das Flugzeug. Doch unser Eifer wurde schnell gebremst. So mussten sich zwei von uns einer sehr genauen Kontrolle des Gepäcks unterziehen, da der Metalldetektor immer wieder anschlug. Kurze Zeit später, nach einigem Angstschweiß, wurde alles für sicher befunden und wir dachten, wir können jetzt zu unserem Gate. Doch wir freuten uns zu früh! Niemand anderes als unsere „Geburtstagskinder“ wurden nun dazu gebeten, einen Sprengstofftest durchzuführen. Aber auch dieser fiel negativ aus, also konnte der Flug endlich starten. Nach knapp zwei Stunden war der Flug auch schon vorbei und wir landeten sicher am Flughafen in Riga. Dort wartete man auch schon mit einem großen, nur für uns reservierten Bus auf uns. Nach 20 minütiger Fahrt durch Riga, bis hin zur Altstadt, stoppten wir ein paar Querstraßen von unserem Hotel entfernt. Den restlichen Weg mussten wir mit unseren vollgepackten Koffern zu Fuß zurücklegen, aber auch das war aufgrund unserer guten Laune kein Problem. Als wir etwas erschöpft in der gemütlichen Hotellobby ankamen, hieß es nur noch Schlüsselkarten holen und Zimmer besichtigen. Wir wurden nicht enttäuscht, uns erwarteten liebevoll eingerichtete Doppelzimmer mit Badezimmer und einem Fernseher zur Unterhaltung war auch dabei. Nach kurzer Erholungszeit entschieden wir uns dazu, noch in die Stadt zu gehen und ein Restaurant sowie einen Supermarkt aufzusuchen. Danach gingen wir alle zusammen an den Fluss „Daugava“, wo wir durch gemeinsames schiefes Singen alter Lieder immer mehr zusammenwuchsen. Am Abend traf man sich dann noch bei einer Runde Skat und lies den Tag so ausklingen.
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GRUPPENFOTO AN DER DAUGAVA

Am zweiten Tag stärkten wir uns gemeinsam bei einem schönen Frühstück, um gut für den anstehenden Stadtrundgang vorbereitet zu sein. So hatten wir alle die Chance, zahlreich verwinkelte Gassen von Riga zu sehen, die man alleine nicht entdecken würde. Vor allem der schön angelegte Park faszinierte uns alle sehr. Während unserer Zeit in Riga viel uns oft auf, dass diese Hauptstadt überaus sauber war und die Einheimischen sehr offen und zuvorkommend waren. Natürlich gehört zu einem Stadtrundgang auch immer dazu, dass man sich alle Sehenswürdigkeiten anschaut. So spitzten wir alle interessiert die Ohren und lauschten den Worten unserer Stadtführerin. Langsam wurde es immer kälter und die Stadtführung ging langsam dem Ende zu. Vielen von uns grummelte unermüdlich der Magen. Doch das stellte kein Problem für uns da, da als nächster Punkt in unserem Tagesplan die Verkostung von lettischen Spezialitäten stand. Doch was wir vorfanden übertraf unsere Erwartungen. Ein riesiger Tisch mit allen möglichen Leckereien war gedeckt. So probierten wir Hirschsalamie, Neunauge, Ziegenkäse und einiges mehr. Das Highlight für alle war jedoch das berüchtigte Hanfbutterbrot. Erst dachten wir alle, dass wir uns verhörten. Es war jedoch wirklich der Hanf gemeint, der auch als Droge konsumiert wird. Letztendlich kann man jedoch sagen, dass es ein sehr gewöhnungsbedürftiger Geschmack war und nicht wirklich für den Alltag bestimmt ist. Nach der Verkostung und mit vollen Mägen machten wir uns auf den Weg, um die riesigen Verkaufshallen zu erkunden. Auch das „Marktplatzleben“ war sehr faszinierend. Wir realisierten alle, dass jeder Einzelne, der seine Waren dort anbietet, jeden Tag um seine Existenz kämpfen muss und dass wir es, im Gegensatz zu ihnen, sehr einfach haben. Wir bewunderten sie sehr und versuchten ihnen so viel Respekt wie möglich entgegenzubringen. Nach der Erkundung des Marktplatzes hatten wir alle Freizeit und so entschieden wir uns, zusammen als Gruppe auf den Balkon des 17. Stockwerks der Lettischen Akademie der Wissenschaften zu gehen, um einen wunderschönen Ausblick über Riga genießen zu können. Der Himmel war strahlendblau, es zeigte sich nicht eine Wolke und das Treppensteigen hatte sich wahrlich gelohnt. Aber das war nicht alles an diesem Tag! Abends gingen wir alle zusammen ins Kino und schauten uns einen englischen Film an. Unsere Englischkenntnisse wurden jedoch nicht nur an diesem Abend auf die Probe gestellt, einige Male mussten wir auch ein paar Einheimische nach dem Weg fragen und die Verständigung stellte glücklicherweise kein Problem dar.
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DIE SKYLINE VON RIGA

Der dritte Tag war für uns wohl der „süßeste“ Tag. Am Mittwoch fuhren wir alle zusammen ins Schokoladenmuseum „Laima“. Dort war für uns zuerst eine kleine Führung vorgesehen. Wir haben viel erfahren, da die Mitarbeiterin sehr aufgeschlossen und für jegliche Fragen offen war. Jeder konnte für eine persönliche Schokoladentafel die Aufschrift wählen, es wurden Fotos gemacht und im Anschluss durften wir unsere eigenen Pralinen herstellen. Gesagt, getan. So kreierte jeder Einzelne vier kleine Pralinen. Auch wenn wir anfangs einige Schwierigkeiten hatten, die kleinen Pralinen mit ruhiger Hand zu verzieren, kamen am Ende schöne, leckere und vor allem persönliche Souvenire für unsere Familien heraus. Direkt nach diesem sehr außergewöhnlichem Erlebnis konnten wir unseren restlichen Tag wieder selbst gestalten. So bot sich unter anderem auch an, dass man der umwerfende Bibliothek Riga´s einen Besuch abstattete. Wir erhielten einen Besucherschein und somit einen weiteren unschlagbaren Blick über Riga, den die Bibliothek mit ihrer Höhe von 68 Metern bot. Alle 13 Stockwerke, von denen man jedoch nur 10 ohne Führung besichtigen konnte, waren sehr modern ausgestattet und jeder von uns konnte sich vorstellen, dass die Bevölkerung Rigas, dieser Einrichtung sicherlich oft und gerne einen Besuch abstattet. Des Weiteren konnten Interessierte das Ghetto- und Holocaustmuseum aufsuchen und sich über die Geschichte Riga´s informieren. Eine weitere Einsicht in die Stadt ermöglichte ein 5D-Kino, welches einen Rundflug über Riga simulierte. Für einige war die Zeit, die man zur Verfügung hatte, auch eine Möglichkeit Andenken zu kaufen und sich mit dem lettischen Markt nochmals bekannt zu machen und um vielleicht noch eine Kostprobe zu genießen. Abends traf man sich noch einmal im Hotel und redete über all die Erlebnisse.

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EINGANG DES SCHOKOLADENMUSEUM

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PRALINEN SELBST HERSTELLEN

Und schon war es Donnerstag, der 8.10. und somit leider auch unser letzter Tag in Lettland. Unglücklicherweise verging die Zeit wie im Flug. Der letzte Tag war für uns bestimmt, um unsere Studienaufträge zu erfüllen. Das heißt, dass jeder seiner Wege ging und den Tag so gestaltete, wie er es bevorzugte. Beispielsweise führte einer der Wege nach Jurmala und somit an die Ostsee mit einem schier endlos erscheinenden weißen Strand. Doch schnell wurde uns allen klar, dass das nicht das Ende dieser einzigartigen Fahrt sein konnte. Also beschlossen wir, dass wir alle unseren letzten Abend in einem italienischen Restaurant ausklingen lassen wollten. Aber auch das war nicht wirklich ein würdiger Abschluss für diese Fahrt und unsere allmählich dicht zusammengewachsene Gruppe. Schnell kam uns die Idee, noch in eine Bar zu gehen. Also gingen wir schnell ins Hotel, um unsere Lehrinnen um Erlaubnis zu bitten. Sie hatten glücklicherweise nichts dagegen und ermöglichten uns somit diesen tollen Abschluss. Passend war, dass die deutsche Nationalmannschaft spielte und somit gingen wir in einen lebhaften Pub und schauten das Spiel in einer guten Gesellschaft. Direkt nach dem Abpfiff gingen wir dann alle sehr erschöpft, aber dennoch mit vielen neuen Eindrücken zurück in unser Hotel und auch sofort ins Bett, da es am nächsten Tag wieder sehr früh zum Flughafen ging.
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STRAND VON JURMALA MIT OSTSEE

Zum Freitag ist nur noch zu sagen, dass wir alle müde und mit Abschiedsschmerz Riga wieder verlassen mussten und in Richtung Heimat flogen. Wieder in Deutschland angekommen, bleiben uns jetzt wunderschöne Erinnerungen an eine tolle Woche und ein Zusammenhalt, der lange anhalten wird.

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GRUPPENFOTO DER SCHÜLERGRUPPE

Abschließend möchten wir uns nochmal als Gruppe recht herzlich bei unseren Lehrerinnen, Frau Weidner und Frau Kreppke bedanken, dass sie uns diese Studienfahrt nach Riga erst ermöglicht und diese Fahrt zu einer der schönsten und unvergesslichsten Erlebnisse unserer Schulzeit gemacht haben! Vielen Dank!

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FRAU KREPPKE UND FRAU WEIDNER

 

Verfasser dieses Textes: Marie-Christin Schaarschmidt und Cornell Urbanek

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