Unteres Odertal 2016 Teil-1


Montag

Unsere Studienfahrt war eine der besonderen Art. Im Gegensatz zum Großteil des Jahrgangs, der mit Bus unterschiedliche Reiseziele in Europa erreichte, waren wir aus eigener Muskelkraft und völlig klimaneutral auf unseren Fahrrädern im brandenburgischen Lande unterwegs. Unser Gesamtreiseziel war der Nationalpark Unteres Odertal in der Nähe von Schwedt/Oder. Sicherlich stellt man sich als Außenstehender die Frage, warum man sich sowas freiwillig für 5 Tage mit Lehrern als Begleitung antun will. Nun, die Antwort ist eigentlich ganz einfach. Man muss das Radfahren schon irgendwie mögen und natürlich auch etwas Motivation haben, am Tag im härtesten Fall 90 km mit dem Rad zurückzulegen. Allerdings gibt es speziell in Brandenburg wirklich wunderbar ausgebaute, asphaltierte Radwege, die sich echt lohnen. Noch dazu waren die Unkosten für diese Fahrt sehr gering (<200€). Bei dieser Studienfahrt war sozusagen der Weg das Ziel, denn Brandenburg hat schon auch echt eine schöne Naturlandschaft, auch wenn man eigentlich glaubt als Einheimischer schon alles zu kennen. Ein paar Tage zuvor hatten wir, die an dieser Tour teilnehmen wollten, zu 8:30 an der Schule verabredet. Nachdem wir dann pünktlich nach 5-minütiger Verspätung durch meine Wenigkeit starten konnten und ich mir noch ein paar lustig gemeinte Floskeln von allen Teilnehmern, samt Frau Skala, Frau Löwa und Herrn Niehle und Ehefrau anhören durfte, verabschiedete uns Frau Skala dann als letzte Reisegruppe von der Schule. Die Sonne lachte uns quasi direkt ins Gesicht. Es war nochmal ein wunderbarer Tag des Altweibersommers. Unser Tagesetappenziel lautete Wilhelmsaue hinter Letschin, was wiederum in der Nähe von Wriezen ist. Es ging über Fürstenwalde Nord zunächst Richtung Heinersdorf, Behlendorf, Müncheberg und Neuhardenberg. Natürlich mit zwischenzeitlichen Ess- und Trinkpausen. In Neuhardenberg kam dann der erste Bildungsauftrag für alle, denn schließlich ist diese Studienfahrt ja dazu da, seinen allgemeinen Bildungshorizont zu erweitern. Steven hielt uns in Neuhardenberg an der Schinkelkirche einen Vortrag über diese Kirche und die Historie dieses Ortes. Bitte verzeiht mir, wenn ich den genauen Inhalt nach all der vergangenen Zeit nicht mehr in dem exakten Wortlaut wiedergeben kann. Danach war eine kleine Mittagspause angesetzt, welche ich aufgrund der schönen Sonne zu einem kleinen Nickerchen auf einer Bank nutzte, ehe der Rest der Gruppe wieder klingelnd auf mich wartete. Nach einem Rundgang durch den örtlichen Schlosspark folgte nun also die letzte Etappe. Das Wetter hatte sich den Tag über gehalten und wir hatten keine wesentlichen Pannen, bis auf ein paar Malheurchen mit Davids Fahrradanhänger. Achso falls ihr auch mal vorhabt, eine längere Radtour machen wollt: Macht euch das Leben nicht unnötig schwer, sondern packt euer Zeug in Fahrradtaschen, die hinten auf den Gepäckträger kommen. Das entlastet euch und euren Rücken, glaubt mir bei spätestens 40 km macht sich so etwas bemerkbar. Aber für diejenigen, die noch unerfahren mit langen Touren waren(ich nicht) wurden vorher ausführlich von Herrn Niehle beraten. Unsere letzte Etappe verlief zwar nicht ganz so flüssig und locker wie zuvor, jedoch schafften wir das alle und irgendwie freuten wir uns natürlich auch schon auf unsere Unterkunft. Dort angekommen, konstatierten wir, dass wir leider keinen Kaffee im Haus hatten. Und Kaffee bildete auf der gesamten Tour irgendwie unser symbolisches Grundnahrungsmittel. Also dort angekommen, fuhr die Belegschaft der Altherrengruppe nochmal mit dem Rad nach Letschin, um Kaffee und Getränke/Snacks einzukaufen. Danach gab es in unserer Herberge ein wirklich sehr schmackhaftes Abendessen, was so glaube ich keiner erwartet hatte. Frisches Rührei und ein anderes leckeres Pfannengericht fand in unserer Gruppe viel Anklang. Wir waren vorort die einzige Gruppe und hatten uns aus unterschiedlichsten Gründen viel zu erzählen und viel zu lachen. Wohlgemerkt mit den Lehrern, Frau Niehle und unserem ehemaligen Schülersprecher Jacob als „erwachsene Begleiter“. War mal was anderes, sich mit den Lehrern ganz normal auch mal abseits von schulischen Themen zu unterhalten. Gruppendynamik war also schon irgendwie gegeben. Nach dem Essen musste uns unsere einzig weibliche Schülerin aus persönlichen Gründen schon wieder verlassen. Wir hatten noch einen entspannten Abend, ehe wir dann je nach Gemütslage und Erschöpfung zu ungefähr gleichem Zeitpunkt schlafen gingen. Der erste Tag war also ein sehr ereignisreicher, ich bitte zu entschuldigen, falls dieser Bericht vom Montag etwas zu lang ausgefallen ist. Für die weiteren Tagesberichte sind die anderen Kollegen aus der Reisegruppe verantwortlich. 🙂

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