Unteres Odertal 2016 Teil-2

Ein Freitag aus der Sicht der vierer Radler-Gemeinschaft  aus Zimmer 21:

Ein kühler Freitag Morgen, die Sonne stand schon zwei Fingerbreit über dem Horizont als die ersten Strahlen durch das leicht angelehnte Fenster der Herberge in Kienitz, auf das Antlitz der Radfahrer, niedergingen. Eine leichte Brise ging durch das  volle Haar des am Fenster liegenden David Schramms und die ersten Regungen in den Betten waren zu vernehmen, ein Vogel zwitscherte in der Baumkrone des gegenüberliegenden Gartens und die ersten freudigen und wohlwollenden  Worte der körperlich und geistig Erholten flogen durch den Raum, Worte wie: “Mach das Licht aus.”, ”NA, SEID IHR SCHON WACH?!”, “DAVID. mach das Radio aus!”. 

Danach ertönte schon das heitere Gerede der Radiokommentatoren aus dem portablen Funkwellen Empfangsgerät (auch volkstümlich als Radio bezeichnet).

Nach dem verwehrten Dösen, schwangen wir uns also auf und begannen, mit mehr oder weniger guter Laune (eher weniger guter Laune), das Schlafgemach aus der temporären Konfiguration in den permanenten Zustand zurückzusetzen, sprich den  derzeitigen 4-Bett Zustand in seinen Ursprünglichen 3-Bett Zustand zurückzuversetzen. Kurz darauf begann das tägliche Einschachteln des Reiseequipments in eine am Fahrrad fest montierbare Haltevorrichtung, welche in der episodischen Zeiteinheit, von Wochenbeginn bis zum Freitagnachmittag, als Lager fungierte.

Parallel dazu verlief die alltägliche Körperpflege in den sanitären Einrichtungen dieser, als Unterkunft dienen den, häuslichen Begebenheit. Die morgendliche Abkostung des bereitstehenden Frühstücksbuffet und der hungrigen Radler folgte hierauf. Weiterhin  wurde die Tagesplanung in der Gemeinschaft scharf diskutiert, da es immer noch zu Streitigkeiten bei der Streckenplanung kam.

Nachdem die Streckenplanung durch schlagkräftige Argumente (“Auf der Karte ist der Weg viel kürzer dargestellt, da dieser fast schon eine gerade Strecke zum Ziel bildete.”) jedem verinnerlicht wurde und sich eine Konfliktpartei nun dem besseren Vorschlag der komplementären Partei ergab, wurde mit der morgendlichen Montage des Gepäcks und der Halterungen an dem zweirädrigen Fortbewegungs- und Transportmittel, welches von der physikalischen Größe Arbeit profitiert, fortgefahren.

Als die Montage beendet war besuchten wir noch ein letztes Mal den ortszentralisierten Versammlungspunkt der christlichen Gemeinde, welche eine halb überdachte Religionseinrichtung

besaß, und machten uns heimwärts auf eine letzte kräftezehrende große Odyssee, welche mehr fordern sollte als uns im Vorfeld bewusst sein konnte, weshalb wir unfähig waren Präventivmaßnahmen zu ergreifen. Wenig später ergründeten wir die Schönheit der uckermärkisch ansässigen Agrarkulturen. Die folgenden Kilometer vor der Stadt Seelow boten uns eine schwere Bürde, durch die kontinuierliche Erhöhung des Steigungswinkel des fahrbaren Untergrundes auf welchem sich die Räder der Vehikel bewegten. Jedoch ereilte uns schon bald eine Hiobsbotschaft. Diese befasste sich mit dem Verlust eines Mitreisenden und seinem darauf folgenden Abtransport. Er litt unter starker Cephalgie (umgangssprachlich: “Kopfschmerzen”), was sein Vorankommen  stark eingeschränkt hatte.  Kurz darauf fiel ein weiteres Glied der Gruppe unter den andauernden Belastungen, der auf der Fahrstrecke aufkommenden Unregelmäßigkeiten der Höhenunterschiede und ließ sich an der ersten lokalen Kaufhalle von einem Ortsansässigen Familienmitglied in Richtung des zu erreichenden Zielpunktes mitnehmen. Weiterhin legten wir den Rest der verbleibenden Strecke auf dem vorgesehenen Radfahrweg durch das schöne märkische Oderland zurück. Auf halber Strecke heimwärts besuchten wir ein, in einer kleinen Ortschaft sich befindendes, Lokal bei welchem wir uns tiefgekühlte Milchspeise-Produkte besorgten um unseren  Kräfte auch gleich bei der parallel laufenden Pause zu regenerieren.

Schlussendlich schienen die letzten Kilometer wie eine Befreiung und die Freude wuchs von Meter zu Meter bis schließlich das allseits begehrt und sehnsüchtig erwartete Schild des Ortseinganges Füstenwalde in Sicht lag. Das Schild war unser persönliches Symbol, welches das Ende der zurückgelegten Strecke darstellt und aus diesem Grund ketten wir uns bildlich an dieses Schild!

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